Extrakt aus den Kernen des Neem-Baumes hilft bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Im Gemeindegebiet von Bubenreuth ist Anfang Mai eine Fachfirma unterwegs, um die Raupen des Eichenprozessionsspinners vorbeugend zu bekämpfen. In dem frühen Stadium haben die Raupen noch nicht ihre giftigen Haare entwickelt, die für den Menschen gefährlich werden können. Die feinen Brennhaare, die in der Luft schweben, können bei Kontakt starken Juckreiz, Hautausschläge und schwere Allergien auslösen, bis hin zum allergischen Schock.

 

Am Montag, 10. Mai 2021, wird die Fachfirma die befallenen Bäume mit dem biologischen Präparat „NeemProtect“ besprühen. Die Arbeiten sind stark witterungsabhängig und müssen bei schlechtem Wetter eventuell um ein paar Tage verschoben werden.

 

Das verwendete Biozid ist für Menschen und andere Tierarten ungefährlich, es wirkt nur bei sogenannten freifressenden Schmetterlingsraupen. Der Wirkstoff, der auch für den biologischen Landbau zugelassen ist, dringt in die Blätter ein und wird von den Raupen während des Fressens aufgenommen. Nach circa sieben Tagen sterben die Raupen ab.

 

Die vorbeugenden Maßnahmen werden voraussichtlich auf folgenden Grundstücken durchgeführt:

 

  • Eichenplatz
  • Spielplatz an der Grundschule Bubenreuth
  • Spielplatz Richtung Igelsdorf
  • Friedhof
  • Wäldchen neben dem Rathaus
  • Spitze zwischen Birkenallee und Waldstraße – auf Höhe der Katholischen Kirche


Der Bauhof wird den jeweiligen Bereich während der Sprühaktion absperren.

 

Wir bitten die Bevölkerung, in dieser Zeit die Fenster geschlossen zu halten.

 

 

Der Eichenprozessionsspinner

 

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Seit einigen Jahren weitet sich sein Verbreitungsgebiet immer stärker in Deutschland aus. Lichte Eichenwälder oder Einzelbäume an Waldrändern, Grün- oder Freizeitanlagen etc. werden zur Eiablage bevorzugt.

 

Der unscheinbare Falter ist 25 bis 32 Millimeter groß, nachtaktiv und schwärmt in den Monaten Juli und August, teils bis in den September. Die Weibchen legen ihren Eivorrat - bis zu 200 Stück - innerhalb weniger Tage an ein- bis dreijährigen Zweigen, gerne an der Südseite der Bäume im obersten Kronenbereich. Die Jungraupe überwintert im Ei und kann tiefe Wintertemperaturen bis -29 Grad Celsius überstehen. Bereits im Herbst entwickeln sich die kleinen Eiräupchen und schlüpfen dann im April bis Anfang Mai. Sie schließen sich kurz nach dem Schlüpfen zu den typischen „Prozessionen“ zusammen, von denen sie auch ihren deutschen Namen bekommen haben. Abends wandern sie so gemeinsam zum Fressen in die Baumkrone. Mit bis zu 30 Tieren nebeneinander können sie 10 Meter lange Prozessionen bilden.

 

Die Entwicklung der Raupen umfasst sechs Stadien. Sie sind von Anfang an stark behaart. Ab dem dritten Raupenstadium werden die lediglich 0,2 mm kurzen Brennhaare ausgebildet, die innen hohl sind. Sie brechen leicht ab, sind mit Widerhaken versehen und enthalten das lösliche Eiweiß „Thaumetopoein“, ein Nesselgift.

 

Am Ende des sechsten Larvenstadiums erreichen die Raupen eine Körperlänge von bis zu vier Zentimeter. Temperaturabhängig verpuppen sich die Altraupen Mitte bis Ende Juni. Dazu spinnen sie sich in ockerfarbene Kokons und bilden ein sehr großes Gespinstnest. Nach drei bis fünf Wochen schlüpfen die Falter.

 

Eine Altraupe besitzt bis zu 700.000 Brennhaare. Durch Hautkontakt oder beim Einatmen können die Brennhaare Beschwerden wie Hautausschläge, starken Juckreiz oder Brennen auf der Haut sowie Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute und der Atemwege auslösen. Begleitend können Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auftreten.

 

Als Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, die Raupen und Gespinste nicht zu berühren bzw. bei Kontakt die Kleidung zu wechseln, zu duschen und die Haare zu waschen. Bei Auftreten starker allergischer Symptome sollte ein Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden.

 

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