Verkehrsentwicklungsplan / Mobilitätskonzept

Fazit der Verkehrsplaner der PB Consult:
Eine Erschließung der Posteläcker mit bis zu 1.700 Einwohnern ist aus verkehrstechnischer Sicht mit den vorgeschlagenen Konzepten möglich.

 

Dominik Schwarz und Benjamin Stammberger von der PB Consult, Planungs- und Betriebsberatungsgesellschaft mbH, aus Nürnberg stellten in der Gemeinderatssitzung die vorläufigen Ergebnisse für die Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplans für Bubenreuth vor.

 

Im Zuge der Verkehrserhebungen erfolgte eine Bestandsaufnahme des fließenden und ruhenden Verkehrs mit Erfassung der Autokennzeichen und Zählung der Verkehrsströme.

 

Am stärksten belastet ist die Neue Straße mit 8500 Autos innerhalb von 24 Stunden, auf der Hauptstraße wurden 5500 Autos gezählt, in der Birkenallee 2700 Fahrzeuge.

 

Auf der Binsenstraße wurde ein Verkehrsaufkommen von 1700 Autos je 24 Stunden ermittelt. Da an dieser Straße Schule und Kinderhort liegen und über diese Straße auch eine geplante Anbindung des geplanten Baugebiets Posteläcker erfolgen soll, halten die Planer dort eine Verkehrsberuhigung für sinnvoll:

 

Einführung von Tempo 20 in der Binsenstraße, Neugestaltung der öffentlichen Stellplätze in der Binsenstraße (versetzte Anordnung), Anlegen einer Bushaltestelle Schule (eine Haltestelle am Fahrbahnrand trägt zur weiteren Verkehrsberuhigung bei), Neuordnung des Hol- und Bringverkehrs an der Grundschule durch eine Beschilderung sowie eine Einbahnregelung auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle.

 

Der durch Bubenreuth gehende Hauptdurchgangsverkehr Nord - Süd soll in die Birkenallee verlagert werden. Dazu schlagen die Planer vor, ein Linksabbiegeverbot von der Hauptstraße in die Hans-Paulus-Straße zu verordnen und eine Lichtsignalanlage an der Ecke Hauptstraße/Birkenallee zu installieren. Aus den Reihen der Gemeinderäte wurden Bedenken geäußert, dass die Birkenallee für Begegnungsverkehr zu eng sei, besonders dann, wenn Autos vor der roten Ampel warten. Diese Bedenken haben die Planer aufgenommen. Sie prüfen nun, ob stattdessen die Kreuzung Hans-Paulus-Straße/Scherleshofer Straße/Neue Straße/Hauptstraße mit einer Ampel geregelt werden sollte. Zusätzlich könnte die Birkenallee von der Hauptstraße bis zur Bubenruthia-Straße als Einbahnstraße in südlicher Richtung ausgewiesen werden.

 

Die Empfehlung der Planer, den Knotenpunkt Hauptstraße/Hans-Paulus-Straße anzupassen, wurde ergänzt durch einen Vorschlag aus dem Gemeinderat, zu prüfen, ob dort ein Kreisverkehr gebaut werden könnte. Dann müsste bei der im Sommer 2018 geplanten Baumaßnahme in der Neuen Straße die Umgestaltung dieses Knotenpunktes mit berücksichtigt werden. Da es sich bei der Neuen Straße/Hauptstraße um eine Kreisstraße handelt, ist Bauherr der geplanten Maßnahme allerdings der Landkreis, dessen Tiefbauamt jedoch nach bisherigem Kenntnisstand die Anlage eines Kreisverkehrs aus Platzgründen nicht für möglich hält.

 

Zu den Vorschlägen aus dem Gemeinderat, die Binsenstraße und Birkenallee zu Einbahnstraßen zu machen, äußerten die Planer Bedenken. Dies würde dazu führen, dass dort schneller gefahren werde.

 

Für die Erschließung der Posteläcker wurde sowohl ein verkehrsberuhigtes als auch ein autofreies Gesamtkonzept vorgestellt. 

 

Da bei den erwarteten rund 1.700 neuen Bewohnern der Posteläcker etwa 800 – 900 Stellplätze notwendig wären, schlagen die Planer vor, weniger Stellplätze zu fordern, als die Stellplatzsatzung vorgibt.

 

Weitere Planungsempfehlungen für das Gebiet „Posteläcker“:

-       Einführung und Anwendung einer Fahrradstellplatzsatzung

-       Fahrradabstellanlagen mit einfachem Zu- und Abgang

-       Car-Sharing Angebot für die zentralsten/attraktivsten Stellplätze

-       Parkraumbewirtschaftung der öffentlichen Stellplätze

 

Eine Verbesserung der Anbindung des S-Bahn-Haltepunktes Bubenreuth könne durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

-       Direktere Führung der Fußgänger und Radfahrer

-       Sichere und überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße

-       Ausreichend Park & Ride-Stellplätze

 

Zum Standort der neuen S-Bahn-Haltestelle der Bahn führte Geschäftsleiter Helmut Racher in der Gemeinderatssitzung folgendes aus:

 

„In der Sitzung vom 28. Juli 2015 hat der Gemeinderat einer Änderungsplanung der Bahn zugestimmt.

 

Der Zugang zur Haltestelle von Süden hätte zwar eine kürzere Verbindung zur Ortsmitte geschaffen und Fußgänger hätten den Bahnsteig erreicht, ohne die vielbefahrene Neue Straße queren zu müssen. Aber der Südzugang (hinter dem Bauhof) liegt eher im Verborgenen und in seiner näheren Umgebung können mangels verfügbarer freier Flächen keine Parkplätze errichtet werden. Es war deshalb zu befürchten, dass dann das Umfeld des Bahnsteigzugangs zugeparkt und der Kundenparkplatz des dortigen Einzelhandelsbetriebs missbräuchlich genutzt wird.

 

Der Südzugang – als gesonderter Zugang neben dem „Hauptzugang“ im Norden – könnte von Behinderten überdies als diskriminierend empfunden werden.

 

Die Änderungsvariante erlaubt es, die Zahl der Behindertenstellplätze praktisch beliebig zu erhöhen und sie ermöglicht allen Bahnfahrgästen einen komfortablen Zugang zum Bahnsteig über den Aufzug, ohne eine Rampe oder Treppe benutzen zu müssen. Dies dürfte dann von großem Vorteil sein, wenn die S-Bahn-Station die Funktion einer Umsteigehaltestelle zum Bus erhält, wie es die Planungen des Verkehrsverbundes und des Landratsamtes vorsehen.“

 

 

Die beiden Ortsteile von Bubenreuth sind durch die Buslinien 252 (3 Anbindungen täglich pro Richtung) und 253 (fast 30 Anbindungen pro Tag und Richtung) gut erschlossen. Die S-Bahn bietet täglich fast 40 Anbindungen pro Richtung.

 

Die Anregungen aus der Sitzung werden von den Verkehrsplanern geprüft und, wenn zweckentsprechend und realisierbar, in das Konzept eingearbeitet. 

 

Fazit der Verkehrsplaner der PB Consult

Eine Erschließung der Posteläcker mit bis zu 1.700 Einwohnern ist aus verkehrstechnischer Sicht mit den vorgeschlagenen Konzepten möglich.

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